TAZ – Foucault

Gestern veröffentlichte die TAZ ein bezauberndes »Porträt« zum 30.Todestag von Michel Foucault, welchen ich in diesem Jahr im Zuge meines Studiums öfter lesen durfte. Wenn der Onlinejournalismus mal wieder unter die prüfenden Augen gestellt wird und der Ruf nach angeblich längst vergangener Qualität lauter wird, dann kann man diesen Text reichen. Leicht, hervorragend recherchiert und mit der Ehrfurcht aber gleichzeitig Freude, welche man bei solch einem Thema an den Tag legen sollte. Die TAZ ist auf jeden Fall nicht Unterwegs zum Schweigen. 

Den schönen Ruf, diabolisch zu sein, verdankt er vor allem seinem Schaffen. Grenzüberschreitend und zersetzend – das sind die häufigsten Attribute für sein Denken. Die Existenzphilosophie, die Phänomenologie, der französische Hegelianismus, die Psychoanalyse – für diese großen Theorieströmungen, für die in Frankreich so einflussreiche Namen wie Sartre, Merlau-Ponty, Hyppolite und unzählige andere stehen, war er wie ätzende Säure. Mit allen gleichzeitig hatte er den Kampf aufgenommen, weil er der Erzählung vom souverän handelnden Subjekt endgültig den Boden entzog.

(TAZ, 25.6.14)