Vier Wochen

Ich bin seit ich mich wirklich erinnern kann mit Fußball aufgewachsen und war in sehr jungen Jahren auch mal aktiv am Spielfeld. Bundesliga, ChampionsLeague, Pokal, etc. von Anfang August bis Ende April wird regelmäßig Fußball geschaut (teilweise im Stadion, ansonsten auf Sky/Orf). Doch alle zwei Jahre kommen noch die internationalen Tuniere hinzu. Das hat jedoch nichts mit der regulären Fussballwelt zu tun. Vier Wochen stehen im Zeichen eines großen Festes. Jeder hat etwas über die Spiele/Veranstaltung zu sagen und überall wird gegrillt und entspannt. Der Fußball gerät in den Hintergrund. Alt und jung kommen zusammen. Die erste WM, an die ich mich aktiv erinnern kann, ist jene von 2002 in Südkorea und Japan. Damals mit dem legendären Finale Brasilien vs. Deutschland und einem überragenden Ronaldo. Die EM 2004 stand ganz im Zeichen der Überraschung, eines Wunders. Griechenland wurde Europameister und ein anderer Ronaldo, nämlich der Herr Cristiano aus Portugal, ließ sein Darsein als „Wunderkind“ zurück und hat den Grundstein für seine Weltkarriere gelegt. Auch gilt diese EM als die Geburtsstunde der „Übersteiger“. Im Training der Jugendmannschaft, haben wir dies dann tagelang versucht nachzumachen. 2006 bekam das Spektakel nochmals eine ganz neue Dimension. Die Heim-Weltmeisterschaft unserer Lieblingsnachbarn. Tragödie und Triumph in so einem Drama an Halbfinale. Der dritte Platz, der Deutschen wurde damals gefeiert wie der Titel selbst. Man erinnere sich an die 150 000 Leute vor dem Brandenburgertor mit dem Auftritt von Xavier Naidoo und den Sportfreunden Stiller. Die Dokumentation Deutschland. ein Sommermärchen gehört für mich zu den Sportfilmen überhaupt. Gleichzeitig habe ich selbst eine neue Dimension kennengelernt. Damals befand ich mich ab den beiden Halbfinalspielen in Canada. Dort wurde die komplette WM schon in HD übertragen. Ein guter Freund unserer Familie hatte eine komplette HD Ausrüstung (TV, SAT-Receiver, etc.) und so konnten wir erstmals dieses große Event in hochauflösender Qualität verfolgen. Zu dem Finale kann man nicht viel sagen, außer. Danach war EM im eigenen Land, bei uns um die Ecke quasi. Österreich und Schweiz durfte das Event abhalten. Rückblickend gesehen eher eine glanzlose Veranstaltung im Bezug auf fussballerische Momente. Einzig Ivica Vastic hat sich in die Herzen aller Österreicher geschossen, endgültig. Europameister wurde Spanien, verdient. 2010 dann die letzte WM in Südafrika. Auch hier gilt was zwei Jahre zuvor in Österreich und der Schweiz stattgefunden hat, kaum glanzvolle Momente. Ich selbst war beim Spiel um Platz3 (Deutschland vs. Uruguay) in München und hab mir das im Parkcafe gemeinsam mit hunderten deutschen Fans angesehen. Spanien wurde Weltmeister, verdient. Leider hat auch die EM in Polen und der Ukraine im Jahr 2012 keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Spanien wurde erneut Europameister, verdient.

Heute beginnt die Weltmeisterschaft in Brasilien und ich habe das Gefühl, dieses Mal könnte es wirklich wieder ein großes Fest werden. Vier Wochen Fußball von früh bis spät. Und weil wir schon dabei sind: Weltmeister wird England, überraschend.